22.05.2026: Die Hermann Sudermann Stiftung zeichnet Akın Emanuel Şipal aus für sein Stück Der Zauberer von Öz. Opus Özil

Akın Emanuel Şipal erhält für sein Stück Der Zauberer von Öz – Opus Özil den diesjährigen Hermann-Sudermann-Preis für Dramatik. Das Stück erzählt die Geschichte des Fußballstars Mesut Özil in geisterhaften, zugleich lebensnahen, humorvollen Rückblenden, im Dialog mit Mitgliedern der Familie, des WM-Teams und vielen anderen Charakteren aus Zeitgeschichte, Fußballgeschichte, Nationalgeschichte und Mythologie.

„Es gelingt Akin Şipals rasanter Sprach- und Spielkunst, unter Einsatz historischer, märchenhafter und trivialer Elemente, den Ball virtuos flachzuhalten, um unangestrengt große Fragen zu nationaler und individueller Identität sowie der Bewahrung von Grundwerten in Zeiten medialer Vermarktungslogiken in den Raum zu stellen“, so Karen Sokoll für die Jury.

Der Autor und Filmemacher Akın Emanuel Şipal ist 1991 im Ruhrgebiet zur Welt gekommen und zwischen Gelsenkirchen, Adana und Istanbul sozialisiert. Das historisch aufgeladene Nähe-Distanz-Verhältnis zwischen der Türkei und Europa, die Frage, welche Narrative von Herrschern, Politiker:innen, historischen Persönlichkeiten, aber auch gewöhnlichen Menschen bespielt, genutzt und instrumentalisiert werden, um Interessen durchzusetzen und die eigene Identität zu profilieren, beschäftigt ihn nicht nur im Zauberer von Öz, sondern in unterschiedlichen Facetten in all seinen Theaterstücken. Zuletzt in Akıns Traum vom Osmanischen Reich, das am Schauspiel Köln und am Wiener Burgtheater in der Inszenierung von Stefan Bachmann zu sehen und ebenfalls zu den Autor*innenTheaterTagen eingeladen war. 

Der Preis für Dramatik wird seit 2013 von der Berliner Hermann Sudermann Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin verliehen und würdigt nach dem Vermächtnis des langjährig in Deutschland meistgespielten, eng mit dem Deutschen Theater verbundenen Schriftstellers Hermann Sudermann herausragende Werke im Bereich der deutschsprachigen Dramatik. Der Preis ist mit 6000 Euro dotiert und wird von einer vierköpfigen Jury, in der Zusammensetzung aus zwei Dramaturg*innen des Deutschen Theaters sowie zwei Vorstandsmitgliedern der Hermann Sudermann Stiftung, vergeben. 

Die Jury wählt aus dem Kreis der Autor*innen, die mit Gastspielen ihrer Stücke zu den Autor*innenTheaterTagen eingeladen sind, den/die jeweilige Preisträger*in aus. Die Jury bestand in diesem Jahr aus Lilly Busch und Johann Otten, Dramaturg*innen des Deutschen Theaters, sowie Torsten Walter und Karen Sokoll von der Hermann Sudermann Stiftung.

Zu den bisherigen Preisträger*innen zählen unter anderen Nis-Momme Stockmann, Milena Michalek, Nora Abdel-Maksoud und Kim de l’Horizon.

Die Preisverleihung findet am 15.06.2026 vor der Aufführung des Stücks Der Zauberer von Öz – Eine Fußballtragödie als Gastspiel des Theater Bremen statt. Regie führt Aram Tafreshian.

Pressemitteilung:

https://www.deutschestheater.de/programm/produktionen/att-2026-verleihung-des-hermann-sudermann-preises